Kleine Störung

Gestern:

Es war schon angekündigt auf der Webseite der Bahn, dass der ICE, den ich nehmen wollte, um etwas früher daheim zu sein, Verspätung haben könnte. Dieses kleine rote Warnzeichen neben der Verbindung, welches etwas harmlos wirkt, aber beim Draufklicken meist verrät, dass auf der Strecke schon eine Störung bekannt ist.

Am Bahnhof offenbart sich jedoch, weil ich noch früher dran bin als sonst, die Möglichkeit, eine Verbindung zu nehmen, welche 15 min eher ankommt. Wunderbar – der ICE kommt sogar pünktlich am Bahnhof an.

Nach einiger Zeit im Zug, in dem ich sogar noch einen Platz bekommen habe, heißt es dann leider: „Sehr geehrte Damen und Herren, leider hat unser Zug eine technische Störung. Der Zugführer wird jetzt versuchen, die Störung zu beheben. (…)“. Das klingt nicht gut, denke ich mir, und mache mich auf den Weg aus meinem Abteil zum anderen Zug. Noch sind die 15 min nicht um, nach denen der spätere ICE hier ankommen sollte.

Kaum auf dem anderen Bahnsteig, steht auch schon die Verspätung angeschrieben: 30 min. Oh, da kann ich aber auch noch den anderen ICE probieren. Also wieder zurück.

Zum Glück ist mein Platz im Sechserabteil noch frei. Ab vier bis fünf Personen trauen sich nur noch wenige, in ein Abteil vorzudringen. Außer die Pendler, die jeden Verfügbaren Platz nehmen würden.

Nach einiger Zeit und noch ein bis zwei Durchsagen, dass der Zugführer das Problem zu beheben versucht, geht der Strom aus. Licht und Lüftung geben ihren Geist auf… Es ist plötzlich so still im Abteil. Nagut, das war’s für mich, der Anschlusszug im nächsten Bahnhof ist sowieso weg, dann probieren wir es eben mit dem Direktzug mit Verspätung. Stellt sich mir die Frage: was kann der der Zugführer so alles tun, um eine technische Störung zu beheben?

Wie angekündigt, fährt der andere ICE mit 30 min Verspätung in Bahnhof ein. Aber, wie jeder weiß, verschiebt sich die Abfahrzeit dann um wenigstens die Einsteigezeit. Bei Abfahrt haben wir dann auch genau … „43 Minuten Verspätung“, welche bitte zu entschuldigen sind. Immerhin werden wir ausführlichst über die nicht zu erreichende TGV-Verbindung nach Paris informiert, also mindestens drei Mal, mit jeweiliger Wiederholung.

Doch wo bleibt die englische Ansage? Hat die etwa auch Verspätung?